WICHTIGER HINWEIS: Bitte beachten Sie beim Lesen dieses nachfolgenden Arbeitsbeispieles, dass es sich um eine Dokumentation eines für Sie fremden Menschen handelt. Dies bedeutet, dass Sie den Text mit all seinen Inhalten nicht bis zur Gänze begreifen, nachvollziehen oder gar so erleben können, wie der anonymisierte Klient es für sich selbst – als sein Erstgespräch/seine Identifikatikon/seine Separation – in der Tiefe erfahren hat. Die Arbeitsbeispiele sollen Ihnen einen ersten Eindruck über die Dichte der Inhalte verschaffen. Bedenken Sie bitte, dass ich während der Identifikationen nicht an grammatikalische oder stilistische Regeln der deutschen Rechtschreibung denken kann, da es sich um energetische Informationen außerhalb von Zeit und Raum handelt, die schnell "transportiert" werden müssen. So kommt es u. U. zu „Satzverschachtelungen“ oder langen Sätzen. Diese werden mit dem Klienten ausführlich geklärt und optimal analysiert. Klärungen von Beziehungen jeder Art können in der Arbeit durch den Ratsuchenden alleine durchgeführt werden, da die Identifikation mit dem Gegenüber des Klienten – beispielsweise Ehemann oder Kind – über die Energiekörper der Person gehen und diese als Informationsquellen außerhalb von Zeit und Raum existieren. Es werden generell nur beziehungs- und klärungsrelevante Informationen über die Seele freigegeben, die für den Ratsuchenden sinnvoll sind.

Erstgespräch Studentin, 24 Jahre

Identifikation:

„Ich bin jetzt Frau, Studentin, und ich gehe direkt in die Geducktenhaltung. Ich hab so eine merkwürdige Form direkt in die Duckung zu gehen, in die Geducktenhaltung. Irgendwie ist es so, diese Geducktenhaltung ist für mich, es ist merkwürdig, aber ich habe das Gefühl, ich muss in diese Geducktenhaltung gehen, um meine Familie zu beruhigen.

Ja, irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin sozusagen auch in meine Familie gekommen, und damit meine ich auch meine Vormütter und Vorväter, um meine Familie zu beruhigen. Und es ist so, dass es in mir die Überzeugung gibt, dass ich zur Beruhigung bin. Man könnte meinen, ich hätte mich damit selbst fast schon zu einer, es klingt jetzt gemein was ich sage, aber es ist so, fast schon zu einer freiwilligen Schlaftablette erklärt, aber nicht für mich, sondern für die anderen. Und es ist so, dass ich in mir die Überzeugung habe, wenn ich ein bischen aus dieser Geducktenhaltung rausgehe, regen sich die anderen auf.

Und das bedeutet für mich, dass mein Konfrontationspotential extrem niedrig ist, weil ich ja in dem Missverständnis bin, ich müsste mich ducken, um die Familie zu beruhigen. Und jedes Mal, wenn ich aus dieser Duckung komme, sozusagen mich ein bischen mal erhöhe, habe ich direkt die Idee, dass die anderen sich aufregen. Das ist aber alles von mir selbst gemacht, denn es ist so, dass ich diese Duckung übernommen habe von meinem Vater. Ich habe das Gefühl, der hatte auch eine Duckung.

Ich bin jetzt Frau, Studentin, und ich bin wieder in meiner Duckung, und ich fühle mich nicht nur geduckt, sondern ich fühle mich jetzt auch sehr traurig. Es ist so, dass ich mich traurig fühle, dass ich nicht mal sozusagen den inneren Antrieb habe: 'Ich möchte jetzt auf den Tisch hauen und ich möchte das jetzt erlösen!'. Es ist so, dass ich sozusagen von meiner Vorstellung sage: Ja, es wäre für sich ja sinnvoll, das zu erlösen, aber ich spüre nicht dieses Brennen, also ich sag mal so, ich bin so sehr in der Duckung, dass ich selbst dafür, dass ich sage: Ich habe ein Recht die Duckung zu erlösen, dass ich das nicht spüre. Das ist so, wie soll ich sagen, ich habe nicht mal das Begehren dafür, als, also es klingt jetzt ganz komisch, aber ich hab das Gefühl, es ist fast ein unbewusster Gefallen oder bewusster Gefallen ihrer Mutter gegenüber, weil die das auch gar nicht mehr mit ansehen kann.

Ich bin jetzt Frau, Studentin, und es ist so, dass ich in dieser Krümmung bin und es ist merkwürdig, aber ich habe das Gefühl, alles, was mit Lebensverlangen zu tun hat, ist verboten. Also Lebensverlangen im Sinne von: Ich werde mir bewusst, was ich in meinem Leben machen möchte und habe auch ein Recht, das zu verlangen. Und es ist so, dass ich wahrnehme, dass ich eine sehr verquere Verbindung mit meinem Vater aufrecht zu erhalten versuche, indem ich sozusagen diese Entrechtung mit ihm teile. Und zwar die Entrechtung darüber, du kannst nichts verlangen, du kannst vom Leben nichts verlangen. Und ich spüre, dass bei meinem Vater sehr deutlich dieses 'du kannst vom Leben nichts verlangen, sonst verlangt dich das Leben', existiert. Und ich möchte fast sagen, dass mein Vater aus der Herkunft der Schwarzmaler kommt. Wenn man alles schwarz gemalt bekommt, glaubt man nicht mehr an das Gute im Leben.

Und ich spüre sehr deutlich, dass ich eine Art Hoffnungsschimmer für meinen Vater war, aber gleichzeitig auch eine große Entlastung in dem Moment meiner Geburt, sozusagen diese Krümmung für ihn ein Stück weit zu übernehmen, um dann ihm mehr Freude zu teil werden zu lassen. Unbemerkt darüber, dass ich mich wiederum in der Folge dieser Entrechtung angeschlossen habe, und auch in mir existiert 'du kannst vom Leben nichts verlangen, sonst verlangt dich das Leben'. Und ich bin sehr traurig, dass ich derart eingeschränkt bin, ich bin auch traurig über die großen Einschränkungen meines Vaters. Und ich leide mit ihm über die Einschränkung des Lebens, und dieses Leiden über die Einschränkung des Lebens ist sozusagen meine stärkste Verbindung zu ihm. Meine Verbindung zu ihm ist nicht die Freiheit, sondern die stärkste Einschränkung. Und irgendwie ist es so, dass ich mich trotz aller Raffinessen meiner Mutter nicht für die Uneingeschränktheit hab entscheiden, oder vielleicht sogar interessieren können. Und ich sitze mit dieser Krümmung, weil ich glaube die Nähe meines Vaters dadurch erhalten zu können, aber nicht bisher bedacht habe, dass ich die Einschränkung dadurch aufrecht erhalte. Und deshalb fällt es mir so schwer zu sagen, ich will auf den Tisch hauen, weil ich verwechsele, auf den Tisch hauen bedeutet, die Verbindung zu meinem Vater los zulassen.

Aber ich bemerke nicht, dass ich ja ein anderer Mensch bin, der sich anders entscheiden kann, der sich nicht der Unterdrückung oder der Eigenmanipulation oder der Manipulation der Familie hinzugeben hat oder hingeben muss. Ich darf unabhängig sein von der Herkunft meines Vaters, ohne die Liebe zu ihm aufzugeben. Vielmehr kann etwas zwischen ihm und mir heilen, dass er mich freispricht von dieser Krümmung, und gleichzeitig mir auch, und ich mir selbst, auch einräume, dass ich stehen kann. Dass ich wie als eine erwachsene Frau stehen kann, und wenn ich als erwachsene Frau stehe, habe ich ein schlechtes Gewissen, weil mein Vater hockt sich ja, und krümmt sich. Und es ist so, dass meine Aufgabe ist, um eine erwachsene Frau zu sein und zu werden, die Herausforderung in sich trägt, meinen Vater krümmend vor mir zu sehen. Und das ist ein Bild, was ich nicht will, und deshalb habe ich mich gekrümmt. Für mich ist die Krümmung sozusagen die einzige Möglichkeit, auf die Ebene meines Vaters zu gehen, mit allen Einschränkungen. Und ich habe das Gefühl, wenn ich eine erwachsene Frau bin, und ich sehe die Krümmung, und wie mein Vater da gekrümmt sitzt, so wie ich früher saß, dann fühle ich mich übermächtig und ich habe kein geregeltes und gutes Verhältnis zur Macht oder Positionen, die positive Macht leben.

Denn ich projiziere auf die Eltern meines Vaters mächtige Gebieter. Ich sage sogar, das klingt auch jetzt sehr hart, die ihre Kinder in den Tod getrieben haben, ja, sie haben ihre Kinder in den Tod getrieben und sie haben ihnen gesagt: Du kannst vom Leben nichts verlangen, sonst verlangt dich das Leben. Und ich merke jetzt, dass ich es nicht so weit kommen lassen möchte, das man mir sowas sagt, und ich sowas weiter in mir trage, und das Leben mich eines Tages verlangt, weil ich vom Leben etwas verlange, oder sagen wir es mal so: Mein Vater ist doch beschissen worden, mein Vater ist doch beschissen worden, der hat nämlich nichts vom Leben verlangt, das, was er vom Leben verlangt hat, das haben die anderen ihm eingeredet, dass er im großen Lebensverlangen ist, und das Leben hat ihn trotzdem gerufen. Ich lasse mir so einen Unsinn nicht mehr einreden. Und ich weiß, dass ich es meinem Vater geradezu schuldig bin, ja schuldig, vom Leben was zu verlangen. Nicht das Leben verlangt mich, sondern ich verlange etwas vom Leben. Und was ich vom Leben verlange ist ganz schlicht und ergreifend Freiheit, mehr nicht, mehr nicht. Und das bin ich meinem Vater schuldig, und das bin ich dieser Baggage dahinten schuldig, die nämlich ihre Kinder auf dem Gewissen hat, so sieht's nämlich aus. Und eigentlich habt ihr mich auch auf dem Gewissen, weil ich keine andere Möglichkeit hatte mit meinem Vater zu kommunizieren, als mich zu krümmen.

Ich bin jetzt Frau, Studentin, und ich frage mich, was hat es mit dem Heimweh auf sich, ich meine, dass ich so schnell Heimweh bekomme. Das Heimweh, was ist die Sache mit dem Heimweh, was hat es mit dem Heimweh auf sich? Es ist sehr merkwürdig, aber, also es ist so, dass ich das Gefühl habe, das Heimweh..

Also erstmal ist es so: Das Heim, also das Vertraute, das Geborgene, das stellt für mich dar, dass ich nichts tun muss. Also nichts tun muss, im Sinne von, ich kann mir meiner Sache sicher sein. In dem Moment, wo ich aber weggehe von zu Hause, komme ich in ganz unsichere Strukturen, also ganz unsichere Strukturen, die ich nicht als unsichere Struktur sozusagen auslebe, wenn sie entstehen oder auf mich zukommen, aber auf jeden Fall ist es so, dass ich in eine total unsichere Struktur komme. Diese Unsicherheit, die eigentlich damit zu tun hat, dass ich mich letztendlich an dem neuen Platz zurecht finden muss, dass ich meine Ich-Kraft einsetzen muss, meinen Willen einsetzen muss, mein Erwachsenen-Dasein, ist natürlich durch diese Krümmung überhaupt nicht aufrufbar. Und das bedeutet, diese Unsicherheit, die ich dann in Heimweh umwandele, gibt mir natürlich ganz schnell sozusagen das Gefühl: ich muss wieder nach Hause, weil da ist Sicherheit, das heißt ich habe in mir sowieso gar keine Sicherheit durch diese Krümmung, ich weiß ja auch nicht, wie ich mich durchsetzen soll, außerdem fühle ich mich schnell als das letzte Arsch und dann ist es so, dass ich das Gefühl habe, ich komme ganz schnell in Heimweh, weil zu Hause bin ich ja kein Arsch.

Also das bedeutet, es finden, auch wenn ich jetzt weg bin, ganz viele Entwertungsprozesse statt, ganz viel Selbstunglaube, und ich bin überhaupt nicht davon überzeugt, dass ich das Leben schaffe. Und das ist überhaupt meine Grundüberzeugung, ich bin nicht davon überzeugt, dass ich das Leben schaffe. Das liegt aber wiederum an diesem Mechanismus mit der Krümmung, in dem ich kein Selbstbewusstsein entwickeln kann, in dem ich sowieso nichts vom Leben erwarten darf, in dem das Leben sonst mich erwartet, wenn ich etwas erwarte, in dem ich manipuliert bin.

Also es sind verschiedene Aspekte, die mich sozusagen ganz schnell in diese Unsicherheit bringen, weil ich eben keinen Selbstglauben habe, keine Selbstsicherheit habe, keine Präsenz habe, ich habe auch keine Präsenz, keine Ich-Kraft, auf die ich zurück greifen könnte, und das macht mich jetzt auch sauer. Jetzt kann ich noch nicht mal auf meine Ich-Kraft zurück greifen. Und ich mache im Moment ein Kreuz über mein Leben, weil das ist doch, das ist doch schon fast vorbei.

Ich bin jetzt Frau, Studentin, und ich frage mich, was passiert, wenn ich diese Krümmung erlöse, den Ursprung der Krümmung, alles, was mit dieser Krümmung zu tun hat. Es ist so, wenn ich diesen Prozess machen würde, den Auflösungsprozess, würde ich auch in sehr viel Trauer geraten. Es ist so, dass ich sozusagen in meinem Fall auch, also in meinem Fall ist es sehr wichtig, auch die Eltern meines Vaters anzusehen, also meine Großeltern, um diese tiefe Struktur der Krümmung wirklich im Einzelnen zu erfahren, aber auch ablegen zu können, da es ja um diese Bemächtigung geht. Und da es so ist, dass es ja auch mit Botschaften zu tun hat, die die anderen Kinder mitunter auch veranlasst hat, zu gehen. Und es ist so, dass ich diese Verlustkrümmung, unter der ich leide, oder diese Verlustkrümmung, unter der ich auch stehe, auflöse.

Das heißt, ich komme auf jeden Fall in einen Lebensstruktur, in der Verluste, also Verluste, die unnatürlicher Art sind, also wo ich Verluste nicht mehr erleben muss, aber vor allem muss ich Verlust nicht hinnehmen. Ich hab im Moment das Gefühl, ich muss ja durch die Krümmung Verlust hinnehmen, das bedeutet auch Verlust meiner Kraft, Verlust meiner Eigenart, Verlust meiner Präsenz. Und es ist so, dass ich durch diese Auflösung eine neue Idee über das Leben gewinne, also das hat damit zu tun, dass ich die Idee über das Leben erneuere; was im Leben möglich ist, was man im Leben machen kann, zu was ich alles in der Lage bin, über meine Kompetenz, über meine Talente, und dass ich sozusagen mir selbst gegenüber viel offener bin, und dadurch auch die anderen Menschen.

Also es findet eine generelle Öffnung statt, und ich werde wahrscheinlich auch ziemlich überrascht sein, wie erfolgreich, also im Sinne von auch austtrahlend, positiv, integer ich reflektiert werde, aber auch mich fühle. Und es ist so, dass ich nach und nach aus dieser Krümmung erwachse, und in diese, und mich so frei hinstellen kann und sage einfach: Hier bin ich. Ich sag einfach, hier bin ich und ich sag dann einfach so, hier bin ich, und ich stehe mit den Beinen auf der Erde und ich spüre, dass ich auf der Erde stehe, ich sage hier bin ich, und ich fühle mich kompatibel, ich fühle mich, ja, lass das Leben mal auf mich zu kommen. Ich spüre mich, mir kann nichts passieren, und ich sag einfach hier bin ich und es geht los. Und es ist irgendwie anders, es ist so, wacher, ich empfinde plötzlich das Leben als viel wacher und näher an mich ran.

Also ich habe das Gefühl, jetzt ist es vielleicht noch weiter weg, aber irgendwie ist es dann näher dran, und die Dinge sind greifbarer. Das ist nicht wenn-dann, und öh das Heimweh, und dies und jenes. Es ist irgendwie alles, ich komme plötzlich in einen natürlichen Fluss, genau das ist es, ich komme in einen natürlichen Fluss mit dem Leben, das ist ein natürliches Lebensgefühl, Mensch! Ich hab ein natürliches Lebensgefühl, ich spüre und ich freue mich total, ich hab ein natürliches Lebensgefühl, da gibt’s kein wenn und kein aber, und kein zick und kein zack, sondern ein ganz natürliches Lebensgefühl. Und das energetisiert mich und dynamisiert mich, also ich find das so super. Also jetzt möchte ich am Liebsten so hier stehen bleiben! Das ist das, was ich fühle.“